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Warum bei reaktiver Hypoglykämie eine zuckerfreie Ernährung?

Reaktive Hypoglykämie tritt nicht auf nüchternen Magen, sondern nach den Mahlzeiten auf. Dabei fällt der Blutzuckerspiegel zu schnell ab, obwohl er nach dem Essen doch eigentlich ansteigen sollte. Die einzige Lösung ist eine zuckerfreie Ernährung.

Wie isst man bei Hypoglykämie?

Jemand der reaktive Hypoglykämie hat, das heißt Unterzucker zwischen den Mahlzeiten, sollte so essen, wie es ein Diabetiker tun würde oder sollte. Die meisten Diabetiker halten sich allerdings nicht wirklich an eine zuckerfreie Ernährung, da sie sich mit den Insulinspritzen oder zuckersenkenden Medikamenten ziemlich auf der sicheren Seite fühlen.

Klingt komisch – Unterzucker aber keinen Zucker essen? Versteh mich nicht falsch, leidest du ganz plötzlich unter einem rasanten Zuckerabfall, was zu Krampfanfällen, Schock, Koma und zum Tod führt, muss schnellstens Glukose zugeführt werden. Ich meine aber eine zuckerarme oder zuckerfreie Diät um deinen Blutzuckerspiegel so konstant wie möglich zu halten, damit es nicht zu diesen typischen Glukose-Peaks kommt. Denn ein schneller Abstieg des Blutzuckers liegt meistens an einem schnellen Anstieg, aufgrund von einer zuckerhaltigen Ernährung.

Zuckerfreie Diät – gut für den Blutzuckerhaushalt

Wie angedeutet ist bei der reaktiven Hypoglykämie ganz wichtig seinen Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten. Mit Einfachzuckern, wie Glukose, Galaktose und Fruktose muss dein Körper fast nichts mehr tun bevor der Zucker ins Blut aufgenommen wird. Die Verdauung ist fast zeitgleich der Mahlzeit. Isst du stattdessen langkettige Kohlenhydrate aus Mehrfachzuckern müssen diese zuerst verdaut, dh. in die jeweiligen Einfachzucker gespalten werden. Das garantiert eine langsame Aufnahme des Zuckers ins Blut und somit wird ein rapider Anstieg des Blutzuckers verhindert. Diese Kohlenhydrate sind also die besten, wie sie zum Beispiel in Vollkorn und Gemüse enthalten sind. Dann gibt es noch die unlöslichen Kohlenhydrate, auch Ballaststoffe genannt, die unverdaulich sind. Diese beeinflussen den Blutzucker auch nicht, sind also ideal für deine Ernährung.

Welche Lebensmittel sind gut bei Hypoglykämie?

Gleich wie ein Diabetiker solltest du auf Zucker verzichten. Eine gute Hilfe bietet die Referenz der Glykämischen Last eines Lebensmittels (diese Liste hat mir schon oft geholfen, auch in Bezug auf Fruktose und Laktose). In der folgenden Liste findest du meine persönliche Erfahrung zu Lebensmittel, nach langer Recherche was man mit reaktiver Hypoglykämie essen kann und was nicht.

Gute LebensmittelZu vermeiden
Vollkornprodukte, wobei Weizen am schlechtesten ist. Roggen, Hafer, Mais und Dinkel sind zu bevorzugen. Maisstärke (Maizena)Alle Früchte und Trockenfrüchte
Vollkornreis, Polenta, (Bei Reis ist am besten Basmati und nicht Rundkorn oder Langkorn)Alle Arten von Zucker: Haushaltszucker, Rohrzucker, Brauner Zucker, Fruktose, Glukose, Malzzucker, Glukose-Fruktose-Sirup, Honig, Dextrose, Maltose, Traubenzucker, Maltodextrose
Gemüse, Salate, Kartoffeln, OlivenEingemachtes: Essiggurken, Rote Rübensalat (wegen Zuckerzusatz)
Süßstoffe: Cyclamat, Eritritol, Stevia-Glykoside, Acesulfam KSüßstoffe: Xylit, Maltit, Mannit, Sorbit, Isomaltose, Aspartam, Laktitol
Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, etc.Marmelade, auch Diabetiker Marmelade enthält Zucker aufgrund der Früchte
Milchprodukte, natürliches Joghurt. Bei laktosefreier Milch aufpassen, da sie statt Laktose Glukose enthält, daher in Maßen.Gesüßte Milchprodukte, wie Fruchtjoghurt
Natürliche Kartoffelchips und Nachos in MaßenSüßigkeiten, Marzipan, Blätterteig, Mürbteig, Teigwaren aus weißem Mehl.
selbstgemachte Mayonnaise oder Mayonnaise ohne Zuckerzufuhr. (Ja es gibt zuckerfreie Mayo und Ketchup)Mayonnaise, Ketchup
Tapioka, Topinambur, Sojaprodukte wie natürlicher Tofu, getrocknete Soja.Fertigprodukte, Fertigsuppen und Fertigsoßen
EiAlkohol, Wein, Bier, Sekt, etc.
WeinessigApfelessig
Zimt, Ingwer, Curcuma, purer Kakao, Kokosnussraspel, Samen, wie Leinsamen, Sesam, etc.Malz
Nüsse außer Cashewkerne, selbstgemachtes PopcornQuinoa, Johannisbrotkernmehl
Kaffee, Tee, WasserkefirPaniermehl
Pflanzliche Öle und Kokosnussöl.Paniertes und mariniertes Fleisch oder Fisch, Fischstäbchen, Fertigprodukte wie Lasagne
Pflanzliche Milch ohne Zuckerzusatz, wie Hafermilch, Sojamilch, Mandelmilch
Fisch und Fleisch

Leidest du außer der Hypoklykämie auch an Fruktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption, so wie ich, dann musst du auch beim Gemüse noch etwas mehr aufpassen, denn es gibt auch Gemüsesorten, die Fruktose enthalten, bzw. die einfach etwas schwerer verdaulich sind für Menschen wir uns. Zum Beispiel können Hülsenfrüchte, Zwiebel, Knoblauch, Lauch, und Paprika am Anfang Beschwerden auslösen.