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Wie Intoleranzen zu Hypoglykämie und Angszustände führt

Nachfolgender Text ist mein ganz persönlicher Erfahrungsbericht zur reaktiven Hypoglykämie und der Falschdiagnose Angstzustand. Seit dem 17. Lebensjahr weiß ich, dass ich Laktoseintoleranz und FruktoseMalabsorption habe. Diese wurden mittels eines H2-Atemtests festgestellt. So weit so gut. Bis dahin dachte ich, jetzt sei alles geklärt, eine laktosefreie Ernährung ist ja nicht so schwierig. Mit der Fruktose wird es komplizierte, doch auch dies habe ich wie im Lehrbuch durchgezogen. Zuerst die tupische Null-Diät und dann Stück für Stück an gewisse Produkte, die fruktosearm, bzw. glukosereich sind, herangetastet.

Nun sind mittlerweile aber über 10 Jahre vergangen und die Beschwerden sind nie richtig weggegangen. Im Gegenteil sind sogar neue Nebenwirkungen über die Jahre hinzugekommen bzw. wurde ich erst nach einiger Zeit auf diese aufmerksam. Dazu gehören:

  • Körperliche Beschwerden, wie Darmbeschwerden, Koliken, Blähungen, Magenstechen, was zu einer chronischen Magenenzündung ausgeartet ist.
  • Übelkeit
  • Aphten im Mund und im Rachen
  • Hypoklykämie, Schwitzen, Zittern, Schwindelgefühl, Tunnelblick
  • Gewichtsverlust
  • Vitamin D Mangel
  • Gilbert-Syndrom
  • Andere Lebensmittelintoleranzen, die ich erst vor kurzem mittels eines Bluttests herausgefunden habe. Dies könnte auch auf das Reizdarmsyndrom schließen.
  • Psychische Belastugen: Angstörungen und Depression, Stimmungsschwankungen.

Was hat Hypoglykämie mit Intoleranzen zu tun?

Auf den ersten Blick gar nichts. Auf den zweiten Blick muss man trotzdem genau hinschauen. Nach jahrelangen Arztbesuchen habe ich viel über mich und meinen Körper gelernt. Vor allem, dass kein Arzt der Welt genau wissen kann, was mit einem los ist, außer du selbst. Dein Körper sagt dir ganz genau was gut für ihn ist und was ihm schadet.

Seit einigen Jahren habe ich die Laktose- und Fruktoseintoleranz halbwegs unter Kontrolle. Irgendwann fällt es einem schon gar nicht mehr auf, dass es nicht normal ist ständig Blähungen zu haben, oder keine Energie zu haben. Irgendwann wird das Alltag. Doch wenn du dann plötzlich Angstörungen bekommst, aus heiterem Himmel zu Zittern beginnst und dir einfach nur körperlich und seelisch zum Heulen ist, dann fällt dir wieder ein, dass immer noch etwas nicht stimmt.

Reaktive Hypoklykämie (Unterzucker)

Mein genialer Einfall den Hausarzt nach den folgenden Symtomen zu fragen, hat mir die Diagnose der reaktiven Hypoklykämie, dh. Unterzucker nach den Mahlzeiten, beschert.

  • Zittern
  • Schwitzen, Kalter Schweiß
  • Benommenheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Herzrasen
  • Atembeschwerden

All diese Symtome kommen auch auf die generalisierte Angsstörung, weshalb ich ein halbes Jahr mit Antidepressiva und einem angstlösenden Mittel, behandelt wurde. Vor allem das Antidepressivum hat diesen Adrelain-Zustand noch verschlimmert. Warum? Weil ich nicht unter Angststörung, sondern unter Hypoglykämie leide. Antidepressiva versuchen allerdings die Stimmung zu heben. Eine ganz klar aufgeführte Nebenwirkugn sind Angstzustände.

Unterzucker und Angststörung

Vereinfacht funktioniert der Blutzuckerkreislauf so: Der Mehrfachzucker der Nahrung, wie z.B. Saccharose oder Laktose, wird in Einfachzucker gespalten. Einfachzucker gibt es mehrere, z.B.: Glukose (Traubenzucker), Galaktose, Fruktose. Sobald jeglicher Zucker verdaut ist, wird die Glukose ins Blut aufgenommen. Jetzt kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Insulin wird aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet und der Zucker wird Stück für Stück verbraucht und abgebaut. Der Blutzuckerspiegel senkt sich. Am besten wäre es, wenn der Blutzuckerspiegel so langsam wie möglich abklingt, was man durch mehrkettige Kohlenhydrate, wie Vollkorn und Gemüse, erreicht. Umso raffinierter, d.h. weißer der Zucker, das Mehl, etc. desto unkoordinierter ist der Blutzuckerhaushalt.

Bei der Hypoklykämie wird der Zucker sehr schnell verbraucht und ein rapider Blutzuckerabfall löst die typischen Unterzuckerungssymptome aus, wie Zittern und Unwohlsein. Das liegt daran, dass das Gehirn keinen Zucker mehr bekommt. Das Gehirn fordert aber Zucker strickt ein und verlangt die Glukoseneuherstellung mit Hilfe von Glukagon. Dafür benötigt der Körper eine kleine Hilfe in Form von Adrenalin. Der Körper schüttet das Stresshormon Adrenalin aus, damit die Glukoseherstellung angekurbelt wird.

Lebt man jahrelang unter diesen Umständen, merkt man gar nicht, dass man andauernd unter Stress steht. Der dauernde Überschuss an Adrenalin ist bei mir ganz einfach zur Angststörung ausgeartet. Ganz plötzlich bekomme ich ohne Vorwarnung, Angstschweiß, Zittern, Arme und Nacken beginnen zu brennen und alle Härchen stellen sich auf.

Fruktoseintoleranz und Hypoklykämie

Es gibt Studien, die belegen, dass die Fruktoseintoleranz zur reaktiven Hypoklykämie führt. Bei der vererbten Fruktoseintoleranz muss ganz strickt auf jegliche Fruktose verzichtet werden. Ob die Fruktosemalabsorption auch zum Unterzucker führt habe ich noch nirgends nachlesen können. Jedoch ist eins klar: sowohl die Fruktoseintoleranz als auch die Malabsorption stören gewaltig den normalen Verdauungsapparat und kann zum Reizdarmsyndrom ausarten und somit die Aufnahme der Lebensmittel, Vitamine und Zucker beeinflussen.

Warum kommt es bei der Fruktoseintoleranz zu Hypoglykämie?

„Bei Fruktosezufuhr entsteht ein intrazellulärer Mangel an ATP, der zytotoxisch ist. Da Fruktose-1-phosphat gleichzeitig hemmend auf die Glykogenphosphorylase (wichtiges Enzym der Glykogenolyse) wirkt, kommt es zu einer schweren Hypoglykämie.“ [Hereditäre Fruktoseintoleranz, Flexikon]

Andere Lebensmittelintoleranzen

Glücklicherweiße handelt es sich bei Lebensmittelintoleranzen oder Sensibiliät nicht um Allergie. Trotzdem kann der Körper auf verschiedene Lebensmittel mit Verdauungsbeschwerden, Magenproblemen und sogar psychischen Nebenwirkungen reagieren. In meinem Fall wurde eine Lebensmittelintoleranz festgestellt.

  • Milch und Milchprodukte
  • Eiweiß, Eidotter
  • Haselnüsse, Erdnüsse, Mandeln, Pistazie
  • Weizen, Hartweizen und Buchweizen
  • Soja
  • Gerste
  • Tomaten
  • Zitrone, Orange, Melone
  • Senf
  • Bierhefe

Was haben all diese Lebensmittel miteinander gemein? Meiner Meinung nach gar nichts. Jedoch ist mein Verdauungstrakt nach jahrelanger Intoleranzen, Hypoglykämie schon so gestört, dass einige Lebensmittel einfach nicht richtig verdauut werden können. Deshalb heißt es für mich jetzt diese Nahrungsmittel für ein halbes Jahr zu meiden und sie danach Schritt für Schritt wieder zur Ernährung zurückzuführen, um zu sehen, ob sie dann möglicherweise wieder vertragen werden

Fazit zu Intoleranzen und Hypoglykämie

Schau auf deinen Körper! Hast du Verdauungsprobleme und obwohl du alle Lebensmittel meidest, die du nicht verträgst, immer noch Beschwerden? Dann musst du weiter forschen. Leidest du unter Stimmungsschwankungen und Angstzuständen? Dann achte auf deinen Blutzuckerhaushalt. Mein Nüchternblutzucker ist ganz normal, deswegen kam nie ein Arzt dahinter. Eine Stunde nach den Mahlzeiten sinkt der Blutzucker allerdings ab, anstatt zu steigen, was meine Unterzuckerungssymptome hervorruft. Hast du ständig Blähungen? Möglicherweiße solltest du andere Lebensmittelintoleranzen abchecken, auch wenn dein Arzt auf Zölliakie getestet hat, gibt es die Möglichkeit, dass du eine Weizensensibilität hast, zumindest vorrübergehend. All diese unbeachteten Symptome können zum Reizdarmsyndrom führen. Sollte es so weit kommen, kann einfach jedes Lebensmittel Beschwerden auslösen, und zwar unwillkürlich.